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Valladolid und Ausflüge
Nach einer kurzen Nacht in einer Airbnb-Wohnung holten wir unser Mietauto, welches wir über Sunnycars gebucht haben, ab und fuhren geradewegs zur Cenote Suytun. Diese hat eine Plattform in der Mitte und war gut besucht. In Valladolid bezogen wir anschliessend die Unterkunft Ka’an. Valladolid eignet sich als guter Ausgangspunkt für verschiedene Ausflüge. Im Las Campanas haben wir super lecker gegessen, unter anderem sopa de lima (Lime Soup), die für diese Region typisch ist.
Am nächsten Tag bewunderten wir die erste Ausgrabungsstätte Ek Balam „Schwarzer Jaguar“. Über die steilen Stufen geht es beim Gebäude 1, der Akropolis, hoch. Oben angekommen, genossen wir eine umwerfende Aussicht mit Blick auf den umliegenden Urwald und ein anderes Bauwerk der Mayastätte. Mit Fahrrädern oder einem Radtaxi kommt man zur 1.5 km entfernten Cenote X’Canche und kann ein erfrischendes Bad nehmen. Gegen Gebühr ist es möglich, wie in vielen offenen Cenoten, sich abseilen zu lassen oder mit der Firefox auf die andere Seite zu sausen.
Obwohl Chichen Itzá, das zu den 7 Weltwundern der Neuzeit gehört, sehr touristisch ist, kamen wir um diesen Ausflug und dessen Cenota Sgardo nicht herum. Die Anlage ist mit der Kukulkan-Pyramide sehr imposant. Die Pyramide kann seit einem tödlichen Unfall im Jahr 2006 nicht mehr bestiegen werden. Vermutlich möchte man wohl eher das Bauwerk vor dem Massentourismus schützen. Aufgrund deren Bekanntheit empfiehlt sich, wie auch bei den meisten Sehenswürdigkeiten, zu den Öffnungszeiten eintreten. Auch die Cenote Ik’Kil ist so ein Ding. Es waren unglaublich viele Leute da und die Cenote verliert jeglichen Charme an Natürlichkeit. Dafür haben uns die Cenoten Samula und Xkeken (Kombiticket erhältlich) fasziniert. Beide sind Höhlen, wobei die Samula durch glasklares Wasser besticht.
Izamal
Nach diesem Erlebnis ging es nach Izamal, dessen Name „Tau, der vom Himmel fällt“ bedeutet. Das ist ein wunderschönes Städtchen mit traditioneller Architektur. Izamal umfasst mehrere Maya-Pyramiden und wird deshalb auch „Stadt der Hügel“ genannt. Die Hauptsehenswürdigkeit ist das Franziskanerkloster in gelb-weissem Gewand. Auf dem grossen Platz lässt sich prima verweilen, auch sind einige Cafés und Restaurants in der Nähe. Am Abend speisten wir im Restaurant Kinich. Es zählt zu den gehobenen Restaurants in Izamal, ist jedoch sehr gemütlich eingerichtet. In der Mitte des Essbereiches gibt es einen traditionellen Platz, hier kann den Frauen bei der Herstellung der Tortillas zugeschaut werden.
Auf dem Weg nach Mérida fuhren wir über den Norden, um die Laguna Rosada zu bestaunen. Wir parkten direkt an der Strasse und gingen zwischen den Hütten durch. Diese kleine Attraktion ist sogar kostenlos. Man sieht ein paar pinke Salzseen. Auf dem Rückweg nahm ich ein Bad in der örtlichen Cenote Sambulà in Motul, deren Eintritt lediglich 30 Pesos betrug. Die Kinder schliefen in dieser Zeit im Auto, deshalb blieb Michael bei Ihnen.
Mérida
In Mérida angekommen, unternahmen wir, wie immer zu Fuss, eine Sightseeing-Tour. Beim Zócalo (Hauptplatz) steht neben der ältesten Kirche Yucatáns, welche im Kolonialstil erbaut wurde, eine grosse Krippe. Generell war ich auf unserer Reise überrascht, wie sehr Mexiko weihnachtlich dekoriert ist. Praktisch in jedem Ort gab es eine Krippe und einen grossen beschmückten Tannenbaum (oder eine Palme ;)). Manchmal war dieser sogar mit kitschiger Musik untermalt. Im Rathaus gibt es eine Galerie, die öffentlich und kostenlos zugänglich ist.
Celestún
Von Mérida fuhren wir in 1.5 Stunden etwa 30 km westlich Richtung Golf von Mexiko. Direkt nach der Brücke auf der linken Seite buchten wir mit einem anderen Pärchen eine Bootstour. Startet man jedoch im Fischerdorf Celestún, dauert die Bootsfahrt um eine Stunde länger und ist angeblich nicht so spektakulär. Zu einem zusätzlichen Highlight zählte der versteinerte Wald. Unser Boot startete mit einem freundlichen Kapitän von der Brücke aus und führte uns den flachen Kanal hoch bis zu den Flamingo-Kolonien. Diese machten einen wahnsinnigen Lärm, doch sie sind wunderschön anzuschauen. Kurz fuhren wir um die kleine Vogelinsel mit den Pelikanen und Fregatt-Vögeln, bevor es in den Mangrovenwald ging. Es gibt zwei Süsswasserquellen, die über eine Holzanlage erreichbar sind. Uns wurde versichert, dass sich die Krokodile aktuell im Urlaub befinden 😉. Und weiter ging es durch den mystischen Mangrovenwald. Dieser Ausflug ist äusserst lohnenswert und zählt zu unseren persönlichen Highlights.
Um etwas zu entspannen ging es an den Strand des Dorfes und später zu einer Unterkunft Posada Lilia. Der Strand ist weniger attraktiv, wie jener entlang der karibischen Küste der Riviera Maya.
Schokoladenmuseum
Tags darauf fuhren wir inklusive einem Abstecher zur bekannten Hacienda Yaxcopoil zur Ruine Uxmal (Uschmal ausgesprochen). Die happigen Eintrittspreise und der aufziehende Regen hat uns dann doch abgeschreckt. So gingen wir in das Schokoladenmuseum. Das ist eine hübsche Anlage mit verschiedenen Gehegen für Jaguare, Affen, Krokodile, Vögel und Wild. Bei den Stationen werden einem die Geschichte der Maya-Kultur sowie des Kakaos näher gebracht. Da der grösste Teil der Anlage draussen ist, erwischte uns der heftige Regen trotzdem. Vertröstet wurden wir mit einer Degustation von frisch gerösteten, aber bitteren, Kakaobohnen und Kakao, den wir selber würzten. Nach diesem Erlebnis entschieden wir uns kurzerhand nach Los Coloradas zu fahren.
Tizimín
Da es spät wurde, legten wir einen Stopp im hübschen Städtchen Tizimín ein und assen sehr gut im Tres Reyes. Beim Bummeln gönnten wir uns etwas Süsses. Marquesitas – das sind cross gebratene Crèpes mit z.B. Nutella bestrichen und frisch geriebenen Käse bestückt. Michael verzog beim Probieren dermassen das Gesicht, da er den Käse nicht erwartet hat. Mir und den Kindern hat es geschmeckt.
Am nächsten Morgen fand vor dem Hotel ein Marsch begleitet von einer Kapelle statt. Anfangs dachten wir es sei ein Fest, bis wir feststellten, dass es ein „Trauer-Abschiedsmarsch“ ist. Diese fröhliche Art von Abschiednehmen hat uns gefallen.
Las Coloradas
Wir fuhren nun Richtung Norden. Angekommen im kleinen Fischerdorf Los Coloradas wehte ein heftiger Wind. Alleine darf der pinke Salzsee nicht besichtigt werden, dafür muss ein Guide für 30 Pesos vor Ort gebucht werden. Unser Guide nahm sich sehr viel Zeit und wir durften endlos Fotos schiessen. Wir stampften durch eine grosse Masse Salzschaum, welchen wir später noch etwas verfluchten, weil er unsere Schuhe extrem starr werden liess, sobald diese trocken waren. Dieser Salzschaum entstand durch den angeblich ungewöhnlichen Wind. Als die Sonne zwischen den Wolken hervorkam, leuchtete das Pink bezaubernd stark. Das perfekte Fotosujet!
Nach diesem tollen Erlebnis fuhren wir Richtung Tulum und machten einen Stopp bei der Mayapan Tequila-Destillerie. Eine kurze aber sehr interessante Führung über die Herstellung des Tequilas aus der Agaven-Pflanze klärte uns auf.
2 comments
Liebe Tanja,
diese Pinkfarbene Lagune ist ja der Hammer! Ich hatte Mexiko bisher – trotz Cenotes – nicht so 100% auf meiner Reiseliste, aber diese Lagune befördert das Land gleich etliche Ränge nach oben. Solche bizarren Naturerscheinungen finde ich superspannend!
Danke für die vielen tollen Eindrücke!
Liebe Grüße
Angela
Liebe Angela, herzlichen Dank. Die Lagune ist wirklich der Hammer :-). Die meisten von bereisten Gegenden haben uns begeistert und kann das riesige Land sehr empfehlen. LG Tanja